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Schwester-RPG







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 ×Gänge des Personalbereichs

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Lost Child
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BeitragThema: ×Gänge des Personalbereichs   Di Okt 05, 2010 8:59 pm

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Riley Gardner
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BeitragThema: Re: ×Gänge des Personalbereichs   Di Okt 05, 2010 9:14 pm

CF: Einkaufsstraße


Er war einfach gerannt, planlos, panisch, irgendwohin. Diesmal war die Straße wenigstens nicht einfach in einem Abgrund übergegangen, den er in diesem Fall wahrscheinlich einfach hinabgefallen wäre. Was er da gesehen hatte… Nein, er wollte nicht darüber nachdenken, er hatte gar nichts gesehen. Jetzt war er diesen Irren los, das war doch was er gewollt hatte. Spielte der Rest eine Rolle? Nein, absolut nicht. Kopflos war er in das erstbeste Gebäude gerannt, welches anscheinend nicht verriegelt gewesen und ihm aufgefallen war. In dem Fall handelte es sich um ein sehr großes, nicht übersehbares Gebäude… Ein Kaufhaus. Was vorher geschehen war, versuchte er einfach zu verdrängen, es war ja auch viel wichtiger wie es jetzt weiterging. Immerhin war er nicht verfolgt worden, man hatte ihn gar nicht beachtet. Sonst beklagte er sich über so was, aber diesmal war es gut so. Selbst hier… wo es eigentlich viele Menschen geben sollte, war er mutterseelenallein. Aber an so einem Ort hatte das sogar seine Vorteile, solange nicht alle Shops abgeschlossen waren… Nein, er wollte keinen Reichtum erlangen, aber vielleicht fand sich ja irgendetwas… vor allem jedoch hatte er einfach Hunger, nach dem ganzen Gelaufe und Gerenne. Was das anging, sah es jedoch schlecht für ihn aus, wie er nach einer Weile feststellen musste. Die Läden in der unteren Etage waren allesamt geschlossen gewesen und die wenigen, in die e mit etwas Mühe reingekommen wäre, waren absolut uninteressant. Die Rolltreppe, die einzige, die er gefunden hatte… war blockiert gewesen. Also irrte er nun erneut herum, diesmal in diesem Gebäude, indem er sich vorerst viel zu sicher fühlte. Dabei war es hier nicht seltsamer als an jedem anderen Ort in dieser Stadt. Es war leer, totenstill und gespenstisch. Wege, die es nicht sein sollten, waren versperrt, durch Trümmer… Das wies erneut auf ein Beben oder so etwas hin. Aber die müsste es dann doch schon länger geben und nicht erst seit einer Woche… Man hatte ja wohl kaum nur einfach keine Lust mehr gehabt alles wieder aufzubauen. Seltsamerweise war die Tür, auf der das Schild ‚Employees Only’ geprangt hatte, nicht verschlossen gewesen… also ließ Riley nun langsam und ohne Enthusiasmus durch die engen Flure, die voll mit Türen gespickt waren, die alle… verschlossen waren. Oder was auch immer, teilweise machten die Schlösser seltsame Geräusche, wenn man daran rüttelte. Darüber wollte er jetzt aber auch nicht nachdenken. Er war erschöpft, er wollte sich ausruhen, gemütlich etwas essen und trinken… Vielleicht fand er einen Weg nach oben.

Allerdings verstand er mit der Zeit auch warum hier nur Angestellte Zutritt hatten, auch wenn es hier nichts zu sehen oder zu holen gab… Die Flure waren lang und verwirrend. Inzwischen wusste er gar nicht mehr so recht wo er war, wobei er ja auch wenig Wahl hatte, so wenig Türen wie sich öffnen ließen. Als… würde ihm irgendetwas den Weg vorgeben. Aber das wollte er nicht einmal denken. „Das ödeste Einkaufszentrum der Welt haben sie hier auch noch. Nächstes Mal sollte ich das Guinessbuch durchsuchen, bevor ich durch irgendeine Stadt fahre. Nein, ich weiß was Besseres… Ich fahr nie wieder durch eine Stadt. Ich bleib einfach für den Rest meines Lebens in Pittsburg, das ist wenigstens eine richtige Stadt.“ Er würde… nicht zu seinem Onkel fahren, sondern zurück. Das stand inzwischen fest. Er wollte nur nach Hause, nirgendwo anders hin. Aber selbst das war nicht so einfach… Erneut rüttelte er an Klinken und schleppte sich weiter durch die Flure, in denen so wenig Licht war, dass er kaum etwas sehen konnte. Allerdings war er erfolgreich damit sich davon abzulenken bevor er wieder Angst bekam. Sein Körper konnte anscheinend auf die nächste Panikattacke verzichten. Aber hier war ja auch nichts, er war ja kein kleines Baby, welches Angst im Dunkeln oder vor Monstern hatte.



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Valtiel
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BeitragThema: Re: ×Gänge des Personalbereichs   Di Okt 05, 2010 11:53 pm



Erster Post

Vermutlich war es bereits sehr lange her, dass dies Gebäude das letzte Mal einen Besucher hatte begrüßen dürfen. Die Deckenplatten waren brüchig und dem Zerfall nahe. Die gerissene Plastikverkleidung der Wand bot ein schaurig schönes Versteck für allerhand Ungeziefer und Staub. Dabei hatten sich hier vor gar nicht allzu langer Zeit einst Horden von Menschen aufgehalten. Die Rollos und Gitter blockierten die Türen der Läden. Hier und dort trat man über die Scherben zerbrochener Schaufenster. Und dennoch konnte dieses Gewölbe sich nicht wirklich in unheimlichen Glanz präsentieren, war es doch nicht mehr als ein verlassenes Kaufhaus. Was könnte einen an solch einem Ort erwarten? So dachte man sich vielleicht. Doch würde man einen genaueren Blick tief hinter die Kulissen werfen, würde einem eventuell bewusst, dass dies Gebäude nicht derart vereinsamt war, wie es hätte sein sollen. Denn nur wenige Korridore weiter, verborgen in der Dunkelheit schien es, als lauere ein undefinierbares Pulsieren hinter der grauen Wandbekleidung. Ein Puls, voller Leben und Unheil, übertönt von den ratternden und fauchenden Ventilatoren und Lüftungsanlagen, welche die Gefahr überstrichen, die in der Verschleierung lauerte. Im Grunde drohte der jungen Seele, die durch diese Flure wandelte, keinerlei Gefahr. Doch konnte sie es nicht erahnen, oder riechen. Der Geruch in der Luft war ein gänzlich anders anmutender. Es war der schwere Gestank von Fäulnis und Eisen, schwer wie Blei lag er in den Korridoren und wurde stärker, je weiter man sich in diesen unheilvollen Dunst begab. Irritierend vermischten sich verschiedene Tropfgeräusche mit denen gebrochener Röhren, die aus der Wand ragten und die ebenso das Tor zu den üblen Gerüchen hätten sein können. Doch nur eine Abzweigung weiter vollendete sich das wahre Unheil dieses Ortes, an welchem das Wasser aus den Röhren über den schmutzigen Boden krauchend sich mit dunkler, rubinroter Flüssigkeit vermischte. Das Wasser trübte den Ton, der sich wie eine lange Ader über den Boden zog.

Nur wenige Meter weiter sättigte sich dieser Farbton und ging in ein kräftiges Rot über, dickflüssig und schwer. Die Ränder der Ader hatten sich bereits verkrustet und waren vertrocknet. Die unendlich lang wirkende Spur schlängelte sich zu einem regelrechten See… Einem See aus Blut, welcher aus einem der Schaufenster ganz am Ende des Korridors hinaus auf den Flur quoll. Licht schimmerte flackernd aus jenem hinaus, ließ das gebrochene, mit Blut bespritzte Glas auf dem Korridor leuchtend aufblitzen. Hinzu gesellten sich das tropfende Geräusch aus dem flackernden Versteck und das fauchende Geräusch, wie man es nur von offen liegenden Stromkabeln kannte, die über die Boden schlugen, oder defekt waren. Die Dunkelheit schien zu wachsen und die Umgebung zu verschlingen. Sowohl der Boden, als auch die Deckendielen knarrten, je näher man sich heranwagte. Nur wenige Augenblicke später würden die fremden, neugierigen Augen das Kunstwerk abstruser Brutalität erblicken, welches sich einem bot. Es sah aus wie eine Frau, eine Krankenschwester… in blutig rotem Kittel. Mit verdrehten Armen und Beinen, herausragenden Knochen und tiefen Wunden, eingewickelt in Funken sprühenden Kabeln, welche das Fleisch versenkten und brieten, den verdrehten Körper im Schaufenster zucken und ächzen ließen. Es war ungewiss, wie ein Mensch darauf reagierte. Schrie er? Rannte er fort? Würde er erstarren? Gleich was man auch täte, war es zu spät. Die fremden Schritte hatten etwas angelockt, was man mit Sicherheit nicht hatte anlocken wollen. Und es war präsent, ohne, dass man dessen Anwesenheit hätte vermuten können. Es befand sich direkt über einem. Es war stets dort gewesen. Und dort blieb es auch. Eines der vermeintlich dicken, schwarzen Kabel begann sich mit einem Male zu regen. Es aalte sich von dem Hals der toten Frau, um welchen es gewickelt war – glitt entlang der aus dem Fenster ragenden Scherben wie eine Schnecke, welche sich nicht verletzen konnte, hinaus in die Dunkelheit und zog sich entlang der Wand, kurze Zeit darauf direkt neben der Person baumelnd, vollgesogen mit Blut, glänzend hinauf zur Decke, von welcher aus ein trübendes Schmatzen und nun auch Stöhnen zu hören war… Was auch immer es war, es besaß einen Schädel. Und jener war, wie aus einem tiefen Schlaf gerissen, benebelt auf das Haupt des Menschen gerichtet, dessen Kleidung befleckt mit Blut war, welches von der Decke rieselte.


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Riley Gardner
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BeitragThema: Re: ×Gänge des Personalbereichs   Mi Okt 06, 2010 3:23 am


Mit einem Male verstummten die zuvor stetigen, jedoch eher leisen Schritte. Riley drehte den Kopf leicht. Hier herrschte keine Totenstille mehr, er hörte irgendetwas und lauschte nun also, um zu erfahren was dort war. Nach einem Moment stellte er jedoch fest, dass es nur… irgendein veraltetes Belüftungssystem sein konnte. Zumindest klang es ganz eindeutig danach, auch wenn er so etwas noch nie selbst irgendwo gesehen hatte, höchstens im Fernsehen. Doch es waren die Geräusche von Ventilatoren… da gab es keinen Zweifel. „Oh geliebte Zivilisation, wann werde ich dich jemals wiedersehen können? Was ist das denn für ein Lüftungssystem? Kaputt? Oder aus der Steinzeit. Ist bestimmt gemütlich hier im Sommer, schreiende Kinder, plappernde Leute und die kreischende Lüftung. Mal davon abgesehen… warum wird hier gelüftet, wenn eh niemand da ist? Ich glaube nicht, dass sie sich das in diesem Kaff leisten können…“ Ja, er hatte die Selbstgespräche ganz deutlich vermisst. Sie beruhigten ihn, denn er sprach einfach sehr gerne mit seiner eigenen Persönlichkeit. Aber zurück zum Thema… War das eventuell jemand? Jemand mit Hitzewallungen, der deswegen die ganze Maschinerie in Gang gebracht hatte. Hier war ja alles möglich. Allerdings machte er sich diesmal nicht viele Hoffnungen hier wirklich einen normalen Menschen zu treffen. Wahrscheinlich wieder irgendeinen Freak… aber vielleicht diesmal ein Freak, der ihm helfen konnte. Dennoch blieb er vorerst weiterhin stehen, tastete an seinem Gürtel entlang und versicherte sich noch einmal wo er seine Waffe hatte. Man wusste ja nie, nicht wahr? Nicht dass er gerade an diese unnatürlichen Erscheinungen von vorhin dachte. Auch nicht an den Kerl, der wahrscheinlich schon in tausend kleine Stücke zerrissen worden war. Sein Plan war zwar anders gewesen, aber Hauptsache er kam hier schnellstmöglich weg. Essen oder was auch immer konnte er zu Hause auch noch. Und zwar in Ruhe und etwas Vernünftiges. Genau, wer wusste überhaupt was die hier für einen Fraß hatten? Er wollte es zumindest gar nicht wissen… Einmal tief durchatmet, sich sinnlos in der Dunkelheit umgesehen und dann tat er doch schon wieder einen Schritt. Mal sehen was ihn diesmal erwartete. Nach wie vor war er erstaunlich ruhig, wie auch immer er das schaffte. Wahrscheinlich wollte er sich einfach selbst etwas beweisen, nach der Flucht von vorhin, an die er ja gar nicht dachte! ‚Mein Gott, es warden ja wohl kaum menschenfressende Ventilatoren sein. So einen Bockmist hätte höchstens dieser Irre erzählt.’ Kurz nach diesem Gedanken nahm er jedoch wahr, dass da noch ein anderes Geräusch war. Das… mochte noch seltsamer sein, aber auch nicht gefährlich. Strom… Die Tropfgeräusche fand er wiederum sehr passend, in diesem schäbigen Ambiente…

Sein Gesicht verzog sich jedoch als er soweit vorgedrungen war, dass er diesen Geruch wahrnehmen konnte. Es stank… nach Eisen und anderen Dingen. Kurzerhand hielt er sich den Unterarm vor Mund und Nase und lief dennoch weiter. Gott, das musste ja wirklich alles extrem rosten und bald auseinanderfallen. Tatsächlich stieg seine innere Spannung jedoch bereits, bevor er um die Ecke des dunklen Korridors bog, hinter der sich ihm dieses unfassbare Bild bieten sollte. Seine letzten Gedanken waren noch was ihn denn da bitte lächerliches erwarten sollte. Vielleicht dieser Spinner da, das wäre wahrlich albtraumhaft… Das Licht, welches ihm auf einmal entgegenströmte überraschte ihn nicht nur, sondern blendete ihn auch, sodass er die Augen zusammenkniff. Anscheinend ging es hier wieder zur Ladenpassage… Sein Blick richtete sich jedoch zuerst nach unten als er ein seltsames Schmatzen hörte… Blinzelnd sah er auf seinen eigenen Fuß hinab, mit dem er… in irgendeine Flüssigkeit getreten war, die nun an der Schuhsohle klebte. Klebrig und zäh… was war das? Öl… Wie sollte er darauf kommen, dass es Blut war, kein frisches? Darauf wollte er nicht einmal kommen. Die Farbe ließ sich in diesem Moment schlecht erkennen. Nun hörte er das Geräusch von frei fließendem Strom wiederum erst deutlich… deswegen blickte er schließlich langsam auf, um zu sehen wo es herkam und erstarrte mit einem Male. Immer noch konnte er nicht direkt dort hinsehen, sondern blinzelte weiter, doch… er sah es. Dort… in diesem Schaufenster… hing jemand. An kaputten Kabel, unvorstellbar zugerichtet und… absolut leblos. Eine Frau und nun wurde ihm auch klar woher der metallische Geruch kam und in was er da getreten war. Ihm wurde sofort schlecht. Was zur Hölle war das?! Das war krank und pervers! Widerlich! Wer tat denn so etwas?! Das war wirklich… wie in so einem Hillbilly-Film. Genauso surreal, deswegen wollte er es zuerst nicht glauben, doch er nahm es ganz deutlich wahr. Das alles… Wo war er hier gelandet?! Das war doch nicht möglich! Wo… war dieser kranke Irre? War man noch hier. Er… sollte lieben gehen. Gerade mal einen Schritt konnte er nach dieser Feststellung zurückmachen, bevor sein Blick zur Seite rutschte und schließlich auf die eigene Brust. Da neben ihm… hing irgendetwas. Auch ein Kabel? Was denn schon sonst?! Aber das war eben nicht da gewesen. Wo kam es her?! Irgendetwas… war da jedoch von oben… Auf seinem dunklen Pullover… waren rote Flecken, erst… seit gerade eben. Es hatte nicht gespritzt als er in die Lache getreten war. Demonstrativ… erschien dort ein weiterer Fleck und er realisierte, dass es… von eben heruntergetropft war. Ein zweites Mal erstarrte er in Panik und Angst. Die Nackenhaare standen ihm zu Berge. Das war alles gar nicht möglich! Das musste nach wie vor ein schlechter Scherz sein! Aber er bildete sich das nicht. Schließlich schluckte er schmerzhaft.

Nur ganz langsam… bewegte sich sein Kopf und seine blaugrauen Augen wanderten immer weiter, über die dunkle Wand bis in Richtung Decke, über die Ecke weiter… bis er langsam, wobei er inzwischen fast nach hinten fiel, direkt über sich sehen konnte. Direkt weiteten sich seine Augen extrem, ein erschrockenes lautes Keuchen war zu hören und ein weiteres unterdrücktes Geräusch, welches beinahe zu einem Schrei geworden wäre. Was-zur-Hölle-war-das-dort-oben?! Was er dort sah, konnte er gar nicht sehen. Es war nicht weniger, wenn nicht sogar noch mehr, abstrus als die Viecher dort vorhin. Das konnte nicht war sein. Was war das?! Nein, nein… Er wollte nicht wissen was da war. Eher zufällig… glitt sein Blick wieder auf dieses schwarze ‚Kabel’, welches direkt… von diesem… Monstrum kam. Nach wenigen Sekunden, die er gebraucht hatte, um zu realisieren, stolperte er rückwärts und fiel schmerzhaft auf seinen eigenen Hintern. Diesem Schmerz gab er sich diesmal aber nur kurz hin. Hastig und mit zitternden Händen war er an seiner Hose beschäftigt und schien nicht hinzubekommen, was er da vorhatte. Schließlich… hatte er die Pistole jedoch in der Hand und hielt sie mit beiden Händen, um dort nach oben an die Decke zu zielen. Der Lauf zitterte jedoch so stark, dass ihm die Waffe beinahe aus der Hand fiel. Das war zu viel für ihn, er schaltete vollkommen ab. Anstatt weiter zu zielen, schloss er die Augen wandte den Kopf zur Seite und drückte einfach ab. Einmal… zweimal… dreimal… Schon leer?! Er hatte mehr Munition dabei, aber… so konnte er nicht nachladen. Aber vielleicht… Vorsichtig öffnete er die Augen und verfiel erneut in einen Schock. Das Ding hockte da immer noch (er hatte ja auch nichts fallen gehört), vollkommen unbeschadet. Er… hatte nicht getroffen. Eigentlich kein großes Wunder. In diesem Fall… blieb ihm nur eins. Panisch versuchte er sich aufzurappeln, stolperte dabei noch einmal, scheuerte sich das Knie auf und fand schließlich irgendwie auf die zittrigen Beine, die direkt wieder nachgeben wollte und versuchte so schnell zu rennen, wie er konnte. Egal wohin, nur weg von hier.



TBC: Toiletten

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Zuletzt von Riley Gardner am Mi Okt 06, 2010 4:27 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Valtiel
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BeitragThema: Re: ×Gänge des Personalbereichs   Mi Okt 06, 2010 4:14 am



Die Kreatur merkte durchaus, dass sich unmittelbar in seiner Gegenwart ein lebendiges Geschöpf aufhielt. Ein Mensch, an dem Sünden und Strafe hafteten. Unter den Menschen gab es keine Ausnahmen. Nur jene, dass manche von ihnen in diese Hölle auf Erde fanden, um ihre frühzeitige Erleuchtung in Empfang zu nehmen. Für das Monster war man jedoch vollkommen uninteressant. Weder wurde man beachtet, noch offenbarte sich diese ‚abscheuliche’ Kreatur durch Neugierde, oder Aggressivität. Es leckte sich die blutigen Lippen, aus denen das dicke, dunkle Blut tropfte, welches seinen gegenüber einem Menschen deformierten Körper bedeckte und die tiefen Risse in seinem Fleisch wie frische, tiefe Wunden glänzen ließ. Doch als würde genau dieses Desinteresse dem Menschen nicht gefallen, beging man eine große Dummheit. Man verursachte Krach, durch die lauten Schritte und Bewegungen, durch das schwere Atmen und Krakeln. Nur langsam, unter lautem Grollen und Rasseln aus den Lungen wand sich der Kopf ohne Gesicht und ohne Anfang und Ende, durch die fehlende Mimik auf die sterbliche Gestalt, die man nicht sah, doch fühlte. Ihre Jugend und Furcht, was das Monster jedoch beides nicht interessierte… Und ebenso schien der Krach nicht laut genug, um seine Aufmerksamkeit zu erhalten. Also überzog man es und ein lautes, dreimaliges Knallen erfüllte den Korridor. Was man daraufhin hörte, war ein unmenschliches, schrilles Kreischen, blubbernd durch all das Blut, heiser und tierisch, wie der Schrei einer Albtraumbestie. Die Kreatur reckte ihren Kopf nun rasant und mit knirschenden Knochen auf die Person, die jenen Lärm verursachte. Die harten Klauen gruben sich in die Deckenplatten. Es rieselte Putz und Klumpen. Der Körper des Wesens begann erregt und neugierig zu zucken. Der Kopf schüttelte sich, als würde das Biest unter Krämpfen leiden. Unberechenbar begann es sich zu bewegen, drehte sich herum und von einer Seite zur Anderen, wobei die schwarze Zunge wild durch die Luft peitschte. ‚Es’ war irritiert. Irgendetwas hatte sich in die Decke gebohrt, dreimalig und zerstört, jedoch nicht ihn. Nun hatte man seine volle Aufmerksamkeit. Die Kreatur wand sich kreischend herum und verfolgte mit blinden Augen, wie man sich von ihm entfernte, obwohl man doch ausdrücklich auf sich aufmerksam gemacht hatte. Nunmehr gab es kein Entkommen.

Es war zu hören, durch die harten Klauen die sich in Decke und Wand bohrten, wie die Kreatur dem Menschen folgte. Unfassbar schnell, sich nach wie vor unberechenbar bewegend und wie eine Spinne an Decke und zwischendurch an beiden Seitenwänden kletternd. Das Monster selbst erzeugte dadurch ungeheuren Lärm. Doch nur drei Korridore weiter änderte sich mit einem Mal alles. Das Kreischen und Knurren endete abrupt und es wurde still. Die Kreatur war ‚verschwunden’. Offenbar durch einen der offenen Lüftungsschächte in der Decke, von denen es hier viele gab. Man hörte es kurz metallisch klappern und rumpeln, dann war es, als sei man ‚verpufft’. Dafür musste es einen Grund geben, der sich auch rasch offenbarte. Denn durch die kleine Tür, durch die man gekommen war, drang ein Kreischen heller und animalischer als das es Monsters, welches zuvor hier gewesen war. Es mussten viele sein. Und sie gaben sich ohne Scheu zu offenbaren. Ihre Haut mochte weiß wie Seide sein, doch ihre axtähnlichen Schädel waren blutig und verzerrt, wie eine präzise Mordwaffe… Sie schlugen ihre ‚Sicheln’ an langen Sehnen durch die Luft, zerschnitten das Metall der Tür und schienen von dem Lärm bezaubert, der sie anlockte wie Licht. Doch zu ihrer Enttäuschung mussten sie feststellen das, als sie ihr Ziel erreicht hatten, niemand mehr da war… der diesen Krach hätte erzeugen können. Und die Wut trieb sie dazu, sich gegenseitig zu attackieren. Währenddessen zog sich der entfernte Krach nur rumpelnd und scheppernd durch die großen Lüftungsschächte des Gebäudes. Ein Mensch, eingewickelt von etwas langem, Dunklen, wie einem glänzenden Seil, wurde durch die Schächte gezogen, wie eine federleichte Puppe, auf derer Zustand man nicht achtete. Nur kurz zuvor hatte sich dieses ‚Seil’ um den Körper des Menschen gewunden und diesen zum scheußlichen Haupt der Kreatur hinauf in den Schacht gezogen, durch welchen man nun an einen unbekannten Ort geschliffen wurde. Rasant und brachial, lärmend und verbunden mit dem tiefen Rumoren aus der Kehle der Kreatur, die sich offenbar bestens auskannte und ihrer Pflicht nachkam, die niemand zu würdigen, oder zu kennen wusste. Diesen Menschen erwartete ein anderer Tod.

Die unendliche, schmerzvolle Reise schien irgendwann abrupt zu enden. Mit einem Male wurde man nicht mehr geschliffen, sondern man ‚stürzte’. Durch den offenen Schacht in eine dreckige, schäbige Toilette für Besucher des Kaufhauses. Und wieder war es still… Zumindest so lange, bis sich zuerst die Klauen und dann der Kopf der Kreatur zu erkennen gaben, die sich zuckend und schüttelnd knurrend aus der Öffnung an der Decke zog, an dieser entlang kroch, langsam und träge, seitlich die Wand über die Spiegel und Waschbecken hinunter. Kurz darauf befand man sich Angesicht zu Angesicht dem Monster gegenüber, welches mit einem Male still wie eine Statur hielt, den Menschen aus nicht vorhandenen Augen fixierte und grollte.

->> Toiletten


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